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Oskar - mein Traumhund stellt sich vor

Mensch Leute, ich muss Euch mal was erzählen. Ich bekomme ja oft mit, dass mein Frauchen an so einer komischen Kiste sitzt, wo sie immer rein starrt und mit ihren Fingern auf ein Brett tippt. Sie ist dann immer ganz konzentriert und achtet gar nicht mehr auf mich. Wenn ich mich dann direkt neben sie stelle und jaule, ihr meine Pfote auf den Oberschenkel haue, dann guckt sie zwar, aber sagt dann immer zu mir:" Oskar, ich kann jetzt nicht. Mama muss einen Blog-Beitrag schreiben. Geh mal heia machen."

Ich geb mich natürlich nicht damit zufrieden, weiß auch gar nicht, was ein Blog-Beitrag ist. Ich weiß nur, dass ich dann eine Stufe hartnäckiger werden muss. Ich lege dann immer meinen Kopf auf ihr Bein und gucke dann wie ein armer, geschlagener Straßenköter. Das zieht dann meistens, hehe. Wenigstens bekomme ich mal kurz eine Streichelmassage am Popo oder an den Ohren. Herrlich. Dann kann ich auch zufrieden in mein Körbchen dackeln oder auf meine Couch.

 

Ja, meine Couch. Frauchen hat die extra für mich gekauft, damit wir zusammen genug Platz zum kuscheln haben. Da gibt es allerdings ein Problem: auf der Couch tummeln sich jeden Tag zeitweise noch vier andere Hunde. Da wird es dann schon eng und ich kann gar nicht alleine mit Frauchen kuscheln. Finde ich nicht so gut.

Aber ich habe noch eine Ausweichmöglichkeit. Frauchens Tochter. Die hat nämlich ein riesengroßes Bett. Und wenn ich da drauf möchte, muss ich nur an der Tür klopfen und schwups, werde ich herein gelassen.

Naja, nicht immer sofort. Oft muss ich schon etwas deutlichere Ansagen machen. Dann jaule ich immer ganz laut und lasse mich mit meinen 50 kg gerne mal gegen die Tür fallen. Das gibt dann so ein richtig schönes, lautes Knallgeräusch.

Spätestens dann werden die Gemüter wach. Entweder kommt dann die Tochter des Hauses und öffnet die Tür, oder Frauchen kommt angelaufen, macht die Tür auf und sagt zu ihrer Tochter:" Man, Oskar gibt wieder keine Ruhe. Lass ihn mal kurz bei Dir ins Zimmer."

Genauso mache ich das auch, wenn ich Durst habe. Denn mein Wasservorrat befindet sich nämlich in einem kleinen, extra  Raum, der mit Fliesen ausgestattet ist.  Dort steht so eine große Porzellanschüssel mit Loch wo dann das Wasser drin ist. Außerdem muss man da auf einen Knopf drücken, damit frisches Wasser nachgespült wird. Und da ich nur frisches Wasser trinke, ich aber den Knopf nicht selbst betätigen kann, benötige ich Hilfe. Und zwar in Form von Menschenhand.

Meistens warte ich, bis Frauchen oder deren Kinder in diesen Raum gehen um sich zu waschen (Komische Angewohnheit von Menschen). Dann stelle ich mich demonstrativ vor diese Schüssel und gehe da auch kein Meter mehr von weg, bis endlich jemand diesen Knopf für mich drückt. Funktioniert meist einwandfrei.

Wenn nicht, muss ich wieder mein Programm abspulen. Frauchen lieb angucken, jaulen, vor die Tür stellen und klopfen. das zieht immer, hihi.

 

Ja, ich muss sagen, eigentlich habe ich meine Menschen gut im Griff. Nur eines finde ich bei Frauchen etwas seltsam. Alle paar Jahre schleppt sie einen neuen Hund an. Am Anfang fand ich das ja noch ok. Da hat sie mir Shila vorgestellt. Und ich muss sagen, Shila ist schon ne Wuchtbrumme. Ein richtiges Hundemädel, mit der man Spaß haben kann. Besonders interessant wird die ganze Sache, wenn Shila Baby´s machen möchte. Das kommt so zweimal im Jahr vor. Dann würden wir zwei am liebsten den ganzen Tag zusammen kuscheln. Frauchen findet das aber dann nicht so toll. Meistens muss ich dann ohne Shila schlafen. Richtig doof.....

Frauchen sagt zwar immer, ich und Shila können keine Baby´s machen, weil ich kastriert bin. Doch warum dürfen wir dann nicht zusammen sein in der Zeit? Vielleicht liegt es daran, dass ich dann immer laut belle und jaule? Mhmm, der Sache sollte ich mal auf den Grund gehen.

 

Wie gesagt, Shila kennen zu lernen war noch in Ordnung. Doch irgendwann ist was ganz dummes passiert. Shila ist fremd gegangen. Ja wirklich. Mit meinem Bruder. Ich würde jetzt nicht sagen, dass mich das sehr mitgenommen hätte. Ich und Shila sind da sehr offen. Ich treffe mich auch gerne mit anderen Hundemädels. Und lieber mein Bruder, als irgend so ein dahergelaufener Dorftrottel.

Tja, und eines Tages musste ich mit Entsetzen feststellen, dass Shila tatsächlich Babys bekommen hat. 7 Stück an der Zahl.

Ich wollte damit aber nichts zu tun haben. Shila sollte sich da ganz alleine drum kümmern.

Aber da hab ich nicht mit Frauchen gerechnet. Die war auf einmal ganz komisch. Hat sich nur um die Babys gekümmert. Lief den ganzen Tag rum und rief:" Wie süß! Wie goldig! Ach ist das knuddelig!"

Herrje, da war ich abgemeldet. Selbst nachts schlief Frauchen bei Shila und den Babys. In dieser komischen Kiste. Verrückt.

Nun ja, ich dachte mir, das geht vorbei. Die Babys werden schon abwandern und sich neue Menschen suchen. Können ja nicht alle bei uns bleiben.

Jo, Pustekuchen...............

So nach einigen Wochen wurde es interessant. Ganz oft kamen fremde Menschen zu uns und guckten sich die kleinen, fetten Wollknäule an. Und juhu, so ab und zu wurde dann auch eins mitgenommen.

Doch irgendwas stimmte nicht. Zwei von diesen frechen Biestern wurden einfach nicht abgeholt.

Ich dachte mir:" Kein Wunder, so frech wie die sind. Die würde ich auch nicht nehmen, wäre ich Mensch. Da hat man ja nur Probleme mit."

Ich beschloss, einfach abzuwarten. Irgendwann wird es vielleicht auch Frauchen zuviel und sie gibt sie ins Tierheim oder so.

 

Ich warte heute noch. Und das ist nun vier Jahre her. Irgendwie sollte ich vielleicht mal die Hoffnung aufgeben..................

 

Ok, ok, ok, wenn ich mal ganz ehrlich bin, sind die zwei mittlerweile ja ganz in Ordnung. Lou und Lilly heißen die beiden. Lilly ist immer ganz lieb zu mir und putzt mich ordentlich. Manchmal jage ich sie beim Gassi gehen und renne dann einfach in sie rein. Das findet Frauchen nicht so toll und versucht dann Lilly hinter sich zu verstecken.

Und den Lou hab ich mir erzogen. Der macht alles, was ich sage. Er geht mit mir jagen, er darf sogar neben mir auf der Couch liegen. Das darf sonst kein Hund. Lou ist auch etwas behindert. Frauchen sagt immer:" Der sieht aus wie Charlie Chaplin." Wer auch immer das sein mag..... Auf jedenfall hat Lou krumme Beine. Sieht schon lustig aus.

Lou mag ich am meisten von allen, denn er ist die meiste Zeit am schlafen. Nur wenn er wieder stundenlang mit Frauchen kuschelt, könnte ich ausrasten.

 

Tja, eigentlich wäre es mir ja am liebsten, wenn ich mein Frauchen ganz für mich alleine hätte. So wie am Anfang, als ich noch ein Jungspund war. Aber wenigstens versucht Frauchen immer, auch mit mir Zeit alleine zu verbringen. Wir machen dann immer tolle Sachen. Am besten finde ich es, wenn Frauchen mit mir zusammen auf Mäusejagd geht. oder wenn wir zusammen über eine Wiese rennen. Zwar passiert es dann oft, dass Frauchen hinfällt, weil ich wieder mal nicht bremsen konnte, aber bis jetzt hat sie mir das noch nicht übel genommen.

Auch Abends kuscheln wir oft alleine ganz viel. Dann schickt sie immer die anderen Hunde weg. Frauchen sagt dann immer zu mir:" Du bist mein Bester. Der liebste Hund der Welt!"

 

Dann frage ich mich aber, warum bei uns seit einem halben Jahr dieser nervige, kleine, freche, hyperaktive Klugscheißer Henry wohnt. Das war auch so ein Ablenkungsmanöver von Frauchen.

"Ist doch nur für ein paar Tage."

"Jaaa, diesmal bleibt er für zwei Wochen."

"Er kommt uns jetzt öfter besuchen."

Das waren ihre Worte. Diesen glaubte ich natürlich. Henry haute ja auch jedesmal wieder ab. Deshalb blieb ich am Anfang ruhig. Hab es sogar ertragen, dass er mir Shila ausspannen wollte. Hab es hingenommen, dass er von Morgens bis Abends gekläfft hat und mich beim schlafen gestört hat. Hab es aktzeptiert, dass er sich meinen Platz auf der Couch gesichert hat.

 

Doch genau wie bei Lou und Lilly, ich hätte es wissen müssen, wartete ich letzten Sommer recht lange darauf, dass der kleine Scheißer wieder abhaut. Kam mir schon komisch vor. Bis dann der Tag kam, als Frauchen mit neuen Hundesachen an kam. Neuer Futternapf, neues Geschirr und neue Leine, neues Körbchen, anderes Futter.

Bumm, Henry ist eingezogen.

Und das schlimme ist: Frauchen ist total verzückt von diesem Fiesling. Henry ist ja so klein, dass er super auf Frauchens Schoß passt. Da liegt er dann auch den ganzen Tag drauf. Dann gibt der immer Küsschen und schlabbert Frauchen ab. Ekelhaft.

Und Abends, wenn eigentlich Kuschelzeit auf meiner Couch ist, zwängt er sich immer zwischen uns. Der passt ja in jede Rizze. Auch wenn Frauchen schläft, legt der sich immer an sie dran. Und wenn ich dann mal auf die Couch möchte, werde ich von dem Hosenmatz angeknurrt. Manchmal knurrt der mich schon von weitem an, wenn ich ihn angucke. Könnt ich mich kaputt lachen. Denn wenn ich will, könnte ich ihn mit einem Haps eliminieren. Kein Problem. 

Doch so einer bin ich nicht. Bin ja eigentlich recht umgänglich und will nur meine Ruhe.

Tja, aber Henry läuft mir auch oft den ganzen Tag hinter her und beobachtet, was ich mache. Nähere ich mich Frauchen, zack kommt er angeschossen, will mich verbellen und weg drängen. Bringt nur nix, da ich mit meinen stolzen, stattlichen 50 kg Körpergewicht und 73 cm Schulterhöhe den dummen Henry einfach platt machen könnte.

Ey, der kann froh sein, dass ich so ein geduldiger Hund bin.........

Obwohl, zweimal schon ist mir die Hutschnur geplatzt. Das erste Mal hat Henry es gewagt, in die Nähe meines Futternapfes zu kommen. Geht gar nicht. Da kenn ich kein Pardon. Jetzt hab ich endlich Lou und Lilly soweit, dass die nicht ständig meinen Napf leer fressen wollen, da kommt nun so ein Neuzugang an und will mir mein Essen klauen? Nix da, hab ihm voll eine verpasst. Mit Erfolg. Der stört mich jetzt nicht mehr beim fressen, hehe.

 

Beim zweiten Mal hat er mich den ganzen Tag drangsaliert. Kläffte mich an, stellte sich mir in den Weg, fixierte mich von Weitem, knurrte mich jedesmal an, wenn ich mich nur bewegte. Da hat´s mir gereicht. Hab ihm ein blaues Auge verpasst.

Ojeoje, da war Polen offen. Frauchen kümmerte sich dann den ganzen Tag nur um Henry, toll. Der wurde gekuschelt, gehegt und gepflegt.

Irgendwann zu späteren Stunde erinnerte sich wohl Frauchen, dass es mich noch gibt. Ich lag schon eine zeitlang schmollend auf meinem Sessel. Frauchen drückte mich dann auch und knuddelte mich ganz ausgiebig. Da war ich einigermaßen beruhigt. Sie hat mich doch noch lieb.

Aber ab da hab ich gemerkt: Lieber nicht Henry zur Sau machen, sonst bekommt der wieder die ganze Aufmerksamkeit.

 

Trotzdem hat sich bisschen was geändert. Frauchen hilft mir immer, wenn Henry wieder mal durchdreht. Wenn er bellt, ruft sie ihn von mir weg. Wenn er sich mir in den Weg stellt, auch. Oder sie kommt dann zu mir und beschützt mich.

Und ich habe jetzt meine Ruhe auf meinem Sessel. Da darf Henry nicht hin. Auch wenn ich jetzt zu Frauchen auf die Couch kuscheln komme, und Henry macht wieder den Dicken, schickt sie Henry weg und nimmt mich dann in den Arm.

Geht doch. Muss man immer erst laut werden?

 

Naja, ich bin mal gespannt, was noch so alles auf mich zu kommt. Das wir zwei Karnickel und eine Katze haben, hatte ich schon erwähnt? Nein?

Ja, Tatsache. Da seht ihr mal, wie es mir geht. Das Frauchen eine Katze angeschleppt hat, ist ja schon sehr gewagt. Ich bin nämlich der Katzenschreck aus Greifenstein. Bisher hab ich noch jede Katze auf den Baum bekommen.

Aber das sie noch den fetten, grimmigen, bösen Kater Chester aufgenommen hat, das ist die Krönung.

Ich kenne Chester schon, seit ich auf der Welt bin. Ich und Frauchen haben öfter mal eine Familie besucht, wo Chester lebte.

Unser erstes Zusammentreffen war klar und deutlich: Ich wollte ihn verjagen, Chester hatte aber keine Lust weg zu rennen. Stattdessen haute der mir mit seinen spitzen Krallen eins auf die Nase.

Das war schlimm. Und ich gebe es nicht gerne zu, aber seit dem habe ich eine mega Angst vor Chester. Der guckt auch immer so böse, echt gruselig.

Deshalb war ich nicht unbeding begeistert, als plötzlich dieser dumme Kater bei Frauchen im Schlafzimmer gehockt hat.

Das war der Moment, wo ich das erste Mal darüber nachdachte, auszuziehen. Ehrlich.... . Ne Katze? Bei uns?

Zum Glück stehen da Lou und Lilly hinter mir. Die drehen auch immer völlig durch, wenn sie Chester durch das komische Trenngitter sehen. Nur Shila juckt das nicht. Shila sind Katzen egal. Und Henry????? Naja, Chester ist fast so groß wie Henry. Der hätte keine Chance gegen den Kampfkater.

 

Obwohl............... Vielleicht sollte ich mich mit Chester zusammen tun. Das könnte die Lösung sein, um Henry loszuwerden.................

 

Jaja, schon gut. War nur Spaß. Will ja nicht, dass Frauchen unglücklich ist.

 

Ach ja, mit den Kaninchen versteh ich mich übrigens sehr gut. Darf sogar als einzigster Hund zu ihnen. Die haben so ein extra Zimmer bei uns im Haus. Da darf ich dann mit rein, wenn Frauchen die füttert. Warum ich als eingefleischter Jagdhund den Kaninchen nichts tue? Ganz einfach, irgendwelche Freunde muss ich ja haben. Und wenn ich dort im Zimmer bin, geht mir kein anderer Hund auf die Nüsse..........

 

In diesem Sinne, das wars erst mal von mir.

 

Euer Oskar Hermann (peinlich, mein Zweitname) von Greifenstein