Mehrhundehaltung - Meine eigenen Erfahrungen

Das Leben mit einem Hund ist etwas sehr schönes. Warum dann nicht gleich zwei, drei oder noch  ganz viele?

 

Zur Zeit lebe ich mit meinen vier Hunden sehr entspannt und zufrieden zusammen. Die Hunde untereinander verstehen sich und haben ab und an Spaß miteinander. Damit dies funktionieren kann, muss man einiges an Zeit, Geld, Erfahrung und Geduld mitbringen. Da Hunde für mich das Wichtigste im Leben sind, fällt mir das ausgesprochen leicht.

Natürlich habe ich auch das Glück, dass meine Hunde alle eine gute Sozialisierung genossen haben und meistens die gleichen Bedürfnisse haben.

Wenn man das nicht hat, können einige Probleme in der Mehrhundehaltung auftreten.

 

Was sollte man beachten?

 

1. Zeitfaktor

Ganz klar, jeder weitere Hund kostet Zeit. Besonders am Anfang, wenn der Hund neu bei uns eingezogen ist. Aber auch später, wenn er sich eingelebt hat. Denn jeder Hund braucht individuelle Betreuung. Man darf nicht davon ausgehen, dass zwei Hunde weniger Zeit beanspruchen, weil sie sich ja viel untereinander beschäftigen. Das tun sie natürlich, vorausgesetzt, sie mögen sich. Aber bei meinen Hunden ist es so, dass jeder meine Aufmerksamkeit sucht und jeder Zeit mit mir alleine genießt.

 

2. Geld

Ein Hund kann schon sehr viel Geld kosten. Je nach Hund und je nach eigenen Interessen. Jeder weitere Hund verursacht natürlich auch Kosten. Angefangen von der Hundesteuer, der Hundehaftpflicht, dem Futter, dem Equipment, bis hin zu Kosten für Hundesport, Hundetraining, Tierarzt und Pflegemaßnahmen. Außerdem darf nicht vergessen werden: Evtl. benötigt man ein größeres Auto. Ein größeres Grundstück und ein kleines Appartement reicht auch nicht mehr aus beim nächsten Urlaub.

 

3. Welche Rasse oder Mischung?

Der Charakter der Hunde sollte schon passen. Halte ich eine Gruppe von 4 Labradoren, dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Hunde sich verstehen, als wenn ich einen Greyhound, einen Basset Hound und noch einen Chihuahua zusammen halte.

Natürlich kann es auch Ärger bei den Retrievern geben, keine Frage. Es kommt ja hauptsächlich auf den Charakter an. Auch kann es bei unterschiedlichen Rassen und Größen funktionieren, wenn man genau hinschaut, die Bedürfnisse aller deckt und weiß was zu tun ist, wenn es zu Problemen kommt.

 

4. Ruhezonen einrichten

Jedes einzelne Mitglied in der Gruppe muss die Möglichkeit haben, sich zurück ziehen zu können. Dafür kann man entsprechende Zonen einrichten, die dann für die anderen Hunde der Gruppe tabu sind. Man kann es aber auch so machen, dass man genug Liegeflächen anbietet, am besten mehr, als Anzahl an Hunden im Haushalt. Damit die Hunde selbst entscheiden können, wo sie heute gerne liegen.

Hört sich erst mal komisch an, denn das könnte doch zum Streit führen? Ja, kann es. Aber wenn man eine gut funktionierende Gruppe hat wie ich, dann klappt das. Bei uns läuft es so nach dem Motto: Wer zuerst kommt, malt zuerst. Hier wird sich um keinen Platz gestritten.

Das ist natürlich nicht überall so. Gerade wenn man zum Beispiel einen erwachsenen Hund mit einem Welpen zusammen führt, ist es äußerst wichtig, dass der ältere Hund seine Ruhe bekommt, damit er nicht ständig von dem kleinen Racker genervt wird. Genauso wichtig ist es, dass der Welpe mal eine Auszeit bekommt, damit er lernt, sich zu beruhigen und zu entspannen.

 

5. Gemeinsame Spaziergänge

Man muss sich genau überlegen, ob man wirklich mit der ganzen Gruppe zusammen Gassi gehen kann. Dabei kommt es auch hier wieder auf einige Faktoren an. Man sollte hier die Gruppendynamik nicht vergessen. Man kann zwei sehr verträgliche Hunde haben, die einzeln freundlich zu anderen Hunden sind. Aber der Dritte im Bunde rastet jedesmal aus, wenn er andere Hunde sieht. Wenn man Glück hat, lassen sich dann die beiden freundlichen Hunde nicht anstecken. Wenn man Pech hat, entwickelt es sich dann zu einer Katastrophe.

Ich gebe offen zu: Niemals könnte ich mit allen 4 Hunden zusammen laufen gehen. Das Risiko ist viel zu groß, dass irgendjemand von den Beteiligten verletzt wird. Das musste ich auch leider erst einmal schmerzlichst erfahren, bis ich dann zu dieser Einsicht kam.

Warum ist das bei mir so?

4 Hunde = fast 170 kg an der Leine. Sehen meine Hunde eine Katze, habe ich keine Chance. Kommt der "Feind" um die Ecke, ein Husky aus der Nachbarschft, ebenfalls keine Chance, die Hunde zu halten. Und das hat nicht unbedingt etwas mit Training zu tun. Meine Hunde sind alle leinenführig und ich habe sie bei Hundebegegnungen unter Kontrolle. Doch es geht mir um die plötzlich auftauchenden Umweltereignisse.

Daher muss ich es in Kauf nehmen, zweimal Gassi zu gehen. Zwei Hunde kann ich händeln. Am Wochenende gehe ich sogar mit jedem Hund einzeln raus.

 

6. Krankheitsfall

Wohin mit den Hunden, wenn man ins Krankenhaus muss? Ein Hund bekommt man oft noch gut irgendwo unter. Aber zwei, drei, vier......? Oder wer führt die Hunde aus, wenn man 2 Tage lang im Bett liegt, weil ein Magen-Darm-Virus uns umhaut? Sind alle Familienmitglieder dazu bereit, auszuhelfen?

 

7. Todesfall der Hunde

Kein schönes Thema, aber wichtig. Wohin mit den Hunden, wenn sie von uns gegangen sind? Hat man genug Platz im Garten für alle? Hat man genug Geld, um alle Hunde einäschern zu lassen? Oder kann man damit leben, dass der tote Hund beim Tierarzt bleibt?

 

8. Kein Urlaub mehr?

Wer gerne verreist, sollte sich schon früh darüber Gedanken machen, was mit den Hunden passiert. Wo fahre ich hin? kann ich alle Hunde mitnehmen? Wenn nicht, wo können die Hunde untergebracht werden?

Oder man verabschiedet sich von dem Gedanken "2 Wochen All-Inklusiv auf Mallorca" ganz schnell und bucht eher eine Wanderwoche in den Bergen oder an der Küste.

 

Es gibt sicherlich noch eine ganze Menge mehr, worauf man achten sollte.

Ich bin überzeugte Mehrhundehalterin. Es ist sehr schön zu sehen, wie die Hunde untereinander kommunizieren. Man lernst sehr viel über die Ausdrucksweise der Hunde und hat nie Langeweile.

 

Doch auch wenn ich am liebsten noch mehr Hunde hätte, weiß ich, dass ich dies dann nicht mehr schaffen würde. Und darunter leiden dann die Vierbeiner.

 

Von daher: Ein Leben mit mehreren Hunden ist toll, keine Frage. Doch sollte man sich genau überlegen, ob man dazu in der Lage ist. Den Hunden zuliebe.

 

Eure Diana