"Waaas? Dein Hund schläft bei Dir im Bett?"

Das werde ich oft gefragt. Ich antworte dann immer: "Natürlich, wo denn sonst?"

 

Mir ist schon klar, dass dies oft zur Verwunderung führt, gerade weil ich vier große Hunde habe.

 

Aber warum lasse ich das zu? Ganz einfach, weil mir und meinen Hunden das gut tut. Und ich auch kein Grund sehe, dies zu verbieten.

 

Welche Argumente werden denn oft dagegen genannt?

 

1. Der Hund verliert Haare

- ja, stimmt. Ich aber auch. Und diese Haare kann man ausbürsten, wegsaugen und mann kann sogar die Bettwäsche in einer Waschmaschine waschen. Super ist es dann noch, wenn man einen Trockner hat. Damit bekommt man wirklich alle Haare weg. Diese Haare muss ich dann wenigstens nicht mehr vom Boden wegsaugen. Dort tummelt sich nämlich auch so einiges an Haarbüscheln herum.

 

2. Der Hund stinkt und ist dreckig

- also meine Hunde duften alle gut, außer es wurde sich wieder mal in ekligen Dingen gewälzt. Aber dafür gibt es auch eine tolle Erfindung: die Dusche oder die Badewanne. Und der übliche Dreck, welcher sich am Hund so festsetzt, kann man auch mit einer Bürste ausbürsten oder mit einem Tuch abwischen. Und wer der Meinung ist, sein Hund stinkt, der sollte ihn vielleicht mal genauer unter die Lupe nehmen. Falsches Futter, eine versteckte Krankheit oder einfach nur zu faul gewesen, den Hund mal abzuduschen?

 

3. Der Hund hat Parasiten

- meine Hunde hatten noch nie Flöhe. Und wenn, gibt es auch dafür geeignete Mittel. Zecken werden abgesammelt. Und diese hängen ja dann fest am Hund dran und laufen nicht im Bett herum.

 

4. Der Hund stört mich beim schlafen und nimmt mir den Platz

- gut, dass ist ein Argument. Das Problem hab ich auch mal, wenn alle meine vier Hunde zusammen im Bett liegen. Aber auch dafür habe ich eine Lösung: Ein Signal, welches meinen Hunden sagt, so, nun ist aber gut. Bitte geh in dein Körbchen! Klingt bei mir so: "Ab, heia machen." 

Denn meine Hunde liegen ja nicht nur im Bett. Sicherlich hat jeder Hund seinen eigenen Lieblingsplatz und dorthin wird dann eben ausgewichen.

 

5. Der Hund darf nicht auf erhöhten Liegeflächen liegen, sonst denkt er, er wäre der Chef

- Hihi, genau. Zum Glück können meine Hunde mit dem Begriff "Chef" nichts anfangen. Meine Hunde dürfen sich ihren Liegeplatz aussuchen. Egal ob Bett, Couch, Körbchen, Sessel oder Boden. Da wo sie möchten, dürfen sie auch liegen. Auch untereinander wird sich nicht um einen Platz gestritten. Meine Hunde liegen sogar ganz oft im Weg und ich muss über sie steigen. Meine Lilly bevorzugt immer erhöhte Liegeplätze. Sie liebt es, alles im Blick zu haben und aufzupassen. Aber Chef ist sie deshalb noch lange nicht. Das bin ja noch nicht mal ich. Und wenn der Hund den Platz verteidigt, dann hat man eigentlich ein ganz anderes Problem, was man trainieren sollte.

 

Ihr seht schon, ich bin ein totaler Fan davon, dass meine Hunde zusammen mit mir im Bett schlafen. Und auf der Couch kuscheln. Das hat auch seine Gründe. Der Hund ist ein hoch soziales Lebewesen, genau wie wir Menschen. Körperkontakt ist für uns sehr wichtig. Das Kontaktliegen verursacht Glücksgefühle, genau wie das streicheln. Und wo geht das besser, als im Bett oder auf der Couch? Ich stelle mir immer die Frage, wie man mit einem Hund so richtig kuscheln kann, wenn er nicht auf diese Liegeflächen darf. Soll man sich dann auf den harten Boden legen?

 

Natürlich gibt es auch Tage, da haben meine Hunde überhaupt keine Lust, ins Bett zu kommen, z.B. an heißen Sommertagen. Dann bevorzugen sie lieber den Flur oder den Balkon. Auch kein Problem. Sie dürfen ja wählen.

Aber worauf ich niemals verzichten könnte, wäre unser morgendliches Ritual.

Wenn mein Wecker klingelt, kommt sofort meine Lilly zu mir angekrochen und kuschelt sich in meine Arme. Ach, und es ist so herrlich, mein Gesicht in ihr dichtes, warmes Fell zu stecken.

Dann kommt meine Shila und legt sich zu uns. Beide Damen werden dann ausgiebig gestreichelt.

Nach ca. fünf Minuten streckt sich mein Oskar ganz langsam, gähnt genüßlich und kommt angewatschelt, schlabbert mir durchs Gesicht und legt sich mit seinen stolzen 50 kg komplett auf mich drauf. Tolles Gefühl.

Fehlt nur noch der letzte im Bunde, Lou. Dieser kommt aber erst, nachdem ich gerufen habe:"Wo ist denn der Loumann?"

Dann höre ich schon das Klopfen des Schwanzes, aber vermerke noch keine Bewegung.

Nach einem weiteren: "Wo ist denn der Loumann?", kommt er dann langsam zu mir, steckt seinen dicken Schädel in mein Gesicht und hopst dann ins Bett und legt sich irgendwo zwischen uns.

So liegen wir dann noch weitere 10 Minuten rum und geniessen unser Zusammensein.

Was Schöneres kann ich mir mit meinen Hunden nicht vorstellen.

 

Klar, es ist nicht Jedermanns Sache. Natürlich aktzeptiere ich es, wenn man sagt, der Hund soll nicht ins Bett. Aber was ich ganz schlimm finde, wenn der Hund weit weg von seinem Menschen schlafen muss, ganz alleine. Das ist grausam.

Man kann ja ein Körbchen ins Schlafzimmer stellen, oder wenigstens vor die Tür.

Aber bitte doch nicht wegsperren. Das ist Sozialentzug und findet kein Hund schön.